Bern 2009

 

Ethnopoly Bern 2009

Hier gibt es alle Infos zum Projekt. Die einzelnen Kapital können durch einen Klick auf den Titel aufgeklappt werden.

Auf einen Blick

Ort und Datum:
Stadt Bern, Freitag, 16. Oktober 2009

Durchgeführt von:

Kontaktperson(en):

Facts & Figures

Teilnehmende:
320 Kinder und Jugendliche der 7.-9. Klasse aus 8 Schulhäusern der Stadt und Region Bern.

Posten:
Es gab insgesamt rund 60 Posten, knapp die Hälfte davon wurde von Migrantinnen und Migranten angeboten, die als Privatpersonen teilnahmen und welche die Kinder in ihrem Zuhause besuchen konnten. Die andere Hälfte der Posten wurde von Vereinen und Organisationen aus dem Migrationsbereich angeboten.

Organisationkomitee:
Ausser einem obligatorischen Posten am Morgen konnten die Kinder die Posten selbst wählen.
Jeder „Postenbesuch“ wird mit Punkten, sogenannten „Ethnos“, belohnt: Für jeden Posten gab es eine Grundpauschale, per Würfel Zusatzpunkte konnten Zusatzpunkte erspielt werden. Durch einen Zufallsgenerator in der Telefonzentrale wurde immer wieder neu festgelegt, welche Würfelzahl wie viele Zusatz-Ethnos einbringt. Am Schluss des Spieltages wird die Gruppe mit den meisten Punkten zur Siegerin gekürt.

Budget:
Die Kosten für die Durchführung betrugen knapp CHF 40‘000 (budgetiert waren CHF 55‘000). Die drei wichtigsten Sponsoren waren die Stiftung Mercator, die Fachstelle für Rassismusbekämpfung des Bundes und die Stiftung Bildung und Entwicklung.

Spielregeln:
Ausser einem obligatorischen Posten am Morgen konnten die Kinder die Posten selbst wählen.
Jeder „Postenbesuch“ wird mit Punkten, sogenannten „Ethnos“, belohnt: Für jeden Posten gab es eine Grundpauschale, per Würfel Zusatzpunkte konnten Zusatzpunkte erspielt werden. Durch einen Zufallsgenerator in der Telefonzentrale wurde immer wieder neu festgelegt, welche Würfelzahl wie viele Zusatz-Ethnos einbringt. Am Schluss des Spieltages wird die Gruppe mit den meisten Punkten zur Siegerin gekürt.

Weitere Aktivitäten:
Als Ergänzung zum Spieltag wurde den Lehrpersonen der beteiligten Schulklassen ein Begleitprogramm in Form von vollständig vorbereiteten Lektionspräparationen inkl. Materialien angeboten, welche die Themen von Ethnopoly während zwei Lektionen vor und zwei Lektionen nach dem Spieltag vertieft haben.

Kurze Beschreibung

Im Zentrum von Ethnopoly’09 in Bern stand der Spieltag am 16. Oktober 2009, an dem 320 Jugendliche der 7.-9. Klasse aus 8 Schulhäusern der Stadt und Region Bern teilgenommen haben und rund 60 Posten bei Migrantinnen und Migranten zuhause sowie bei Organisationen aus dem Migrationsbereich besuchen konnten.
Jeweils zwei Jugendliche aus einer Klasse wurden mit zwei weiteren aus einer anderen Klasse zu einer Vierergruppe zusammengelegt. Ausgerüstet mit einer Tageskarte für den ÖV, einer Postenliste, einem Stadtplan sowie einem Tram- und Busplan waren die Jugendlichen dann selbständig in der Stadt Bern unterwegs. Ihre Route und die zu besuchenden Posten wählten sie selbst. Es gab ganz unterschiedliche Arten von Posten wie folgende Beispiele zeigen:
Eine Migrantin aus Kambodscha präsentierte Ritus und Kultus aus ihrem Land.
Ein Coiffeur aus Nigeria hat den Jugendlichen etwas zum Thema „Wie (über)lebt man in der Schweiz als Migrant?“ erzählt.
Ein binationales Paar wollte aufzeigen, dass Ecuador gar nicht so anders ist als die Schweiz.
Ein Doktorand aus Côte d’Ivoire hat den Jugendlichen eindrücklich vermittelt: „Jeder ist eine Ausnahme“.
Im Durchgangszentrum der Heilsarmee haben die Jugendlichen im Rahmen eines Postenlaufs einen Eindruck vom Leben im Asylheim erhalten.
Im Kompetenzzentrum Integration der Stadt wurde ihnen die Tagesstruktur und die Tätigkeitsfelder von asylsuchenden Menschen vorgestellt
Beim Bundesamt für Migration haben sie etwas über die Asylgründe in der Schweiz erfahren.
Bei IOM (International Organisation for Migration) wurden sie über die freiwillige Rückkehrhilfe informiert und haben die Problematik diskutiert.
Bei PART- der Berner Stelle für Jugendmitwirkung haben die Jugendlichen ein Frage-Antwort-Rollenspiel mit typischen Fragen von Migranten und Migrantinnen gespielt
Bei verschiedenen Posten wurden Themen rund um Migration und multikulturelles Zusammenleben diskutiert, z. B. „Heimat“, „Fremd sein“, „Rassismus im Sport“
Nach jedem Postenbesuch mussten sich die Kinder in der Telefonzentrale melden, damit ihnen die gesammelten Punkte auf ihrem Konto gutgeschrieben wurden und das Ethnopoly-Team über ihren Aufenthalt informiert war.
Spätestens um 16 Uhr mussten alle Gruppen zurück auf dem Bundesplatz sein. Die folgende Siegerehrung der besten drei Gruppen war eingepackt in eine Tanzshow der Gruppe Rhythm Nation, die sich aus Tänzerinnen und Tänzern sieben verschiedener Nationalitäten zusammensetzt. Zum Abschluss liessen wir grüne und orange Ballone in den Himmel steigen.

Erkenntnisse

Konzeptioneller Gestaltungsspielraum
Es wird von den Projektmitarbeitenden sehr geschätzt, dass Ethnopoly kein fixfertiges Konzept ist, sondern Gestaltungsspielraum lässt. Dieser Freiraum war wichtig für die Motivation.

Zielgruppen-Konflikt?
Unter den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ist der Anteil Jugendlicher mit Migrationshintergrund sehr hoch. Es stellt sich deshalb die Frage, ob diese Kinder „mit der Migrationsthematik“ nicht sowieso bestens vertraut sind und die Ethnopoly-Zielgruppen an einem anderen Ort zu suchen wären (z. B. auf dem Land, Firmenangestellte, u.a.). Gleichzeitig haben wir aber die Feststellung gemacht, dass es diesen Kindern auch ganz gut tut, wenn für einen Tag mal ihre Lebensrealität ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt wird.

Organisation
Die Organisation mit einem OK und Teams pro Ressort (Posten, Infrastruktur & Helferplanung, Kommunikation, Fundraising, Schulen), die vom entsprechenden OK-Verantwortlichen geführt werden, hat gut funktioniert. Die einzelnen Teams haben die ihnen zugeteilten Arbeiten selbst organisiert und eigene Treffen abgehalten. Das gesamte Projektteam bzw. die Vertretungen aus den einzelnen Teams haben sich von Dezember 2008 bis September 2009 alle ein bis zwei Monate zu einer Koordinationssitzung getroffen. Die Belastung für die Gesamtprojektleitung konnte so im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduziert werden, da die OK-Mitglieder im Allgemeinen ein sehr hohes Commitment gezeigt haben.

Projektdauer als Herausforderung
Die Ethnopoly-Projektorganisation hat im Dezember 2008 ihre Arbeit aufgenommen. Aus Sicht des Fundraising war der Zeitpunkt gut gewählt. Kaum waren wir uns einigermassen über das Konzept von Ethnopoly’09 einig, standen auch bereits die ersten Fristen für die Finanzierungsgesuche einiger wichtiger Geldgeber an. Für die Mitglieder von anderen Teams (Posten, Infrastruktur und Kommunikation), die von Anfang an dabei waren, war es eine Herausforderung, die Motivation hoch zu halten, auch wenn ihr Einsatz erst im Sommer richtig anlief. Es ist wichtig zu kommunizieren, dass die intensiven Phasen in den verschiedenen Ressorts zeitlich sehr unterschiedlich liegen.

Intensität vor dem Spieltag
Die Intensität in den Wochen vor dem Spieltag kann sich – vermutlich zum Glück – jeweils niemand im Vornherein vorstellen. Es ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn einige Schlüsselpersonen sich in den letzten beiden Wochen vor dem Spieltag extra Kapazitäten für Ethnopoly reservieren können.

Austausch mit dem Projektteam vom Vorjahr
Ein guter und intensiver Austausch mit erfahrenen „Ethnopoly-Kennern“ ist sehr hilfreich und unbedingt empfehlenswert.

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