Bern 2007

 

Ethnopoly Bern 2007

Hier gibt es alle Infos zum Projekt. Die einzelnen Kapital können durch einen Klick auf den Titel aufgeklappt werden.

Auf einen Blick

Ort und Datum:
Stadt Bern, Freitag, 19. Oktober 2007

Durchgeführt von:

Kontaktperson(en):

Facts & Figures

Teilnehmende:
426 Schülerinnen und Schüler im Alter von 31 bis 16 Jahren. Teilnahme von insgesamt 24 Klassen aus 6 verschiedenen Schulen der Stadt Bern.

Posten:
59 Posten aus 36 Ländern und aus verschiedenen Institutionen.Keine speziellen Vorgaben betreffend der Aufgaben. Wunsch, etwas über konkrete eigene Erfahrungen zu erzählen.
An 5 verschiedenen Quartierposten wurden Passantinnen und Passanten über Ethnopoly informiert. Die Gruppen konnten dort auch kleine Aufgaben (frei Aufträge) lösen.

Organisationkomitee:
1 Projektleiterin und 1 Projektleiter waren verantwortlich für ein Team von rund 20 Personen, aufgeteilt in die Ressorts Schulen, Medien, Posten, HelferInnen und Koordination.
Am Spieltag selber waren 82 HelferInnen im Einsatz.

Das Schulprogramm in den Wochen nach dem Spiel wurde von 12 Personen durchgeführt.

Budget:
Effektive Ausgaben bei Projektende: 44’888.25, davon rund 11’000 Fr. fürs Rahmenprogramm. Einnahmen: 45’850 Fr.

Spielregeln:
Jeweils der erste Posten am Morgen und am Nachmittag waren obligatorisch, danach konnten die Gruppen frei wählen, wo sie hingehen wollten. Gestaffelter Start je der Hälfte der Gruppen mit 15 Minuten Verzögerung.
Grundpauschale von 200 Punkten pro Postenbesuch. Zusätzlich können durch Würfeln weitere 50 bis 250 Punkte gewonnen werden.

Weitere Aktivitäten:
Nach dem eigentlichen Spieltag fand zur Vertiefung in 23 der 24 teilnehmenden Klassen ein Schuleinsatz zur Nachbereitung des Themas statt. Diese Einsätze wurden durch ein Team von Freiwilligen (Ethnopoly) durchgeführt. In 3 Lektionen wurde zuerst anhand eines Memory-Spiels ein Rückblick auf Ethnopoly gemacht: Was ist an Erinnerungen geblieben? Was wurde am Spieltag gelernt? In einem zweiten Schritt wurde versucht, das Thema « wir – die andern » anhand eines Rollenspiels, bei dem es um die Wahl eines Fernsehprogramms ging, zu entkulturalisieren. Im abschliessenden, längsten Teil des Einsatzes hatten die Klassen die Möglichkeit, selber ein kleines Projekt im Bereich Integration/ Rassismusbekämpfung zu kreieren. Dafür konnten sie Geld verwenden, das die Klasse am Ethnopoly-Tag erspielt hatte (Berechnung anhand der von den Schülerinnen und Schülern erzielten Punkte).

Kurze Beschreibung

Das Projekt Ethnopoly’07 dauerte von anfangs Januar 2007 bis Ende März 2008. Nach den Vorbereitungen zum interkulturellen Begegnungsspiel und zum Begleitprogramm fand Ethnopoly am 19. Oktober in der Stadt Bern statt. Von Mitte Oktober bis Ende Dezember wurde das Begleitprogramm realisiert und der Anlass evaluiert. Im neuen Jahr wurden die Evaluationen ausgewertet. Am 17. Mai fand zudem ein Abschlussanlass für die SchülerInnen, die beteiligten Institutionen und die breite Öffentlichkeit statt, der in Zusammenarbeit mit einer Klasse der Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule Bern (BFF) realisiert wird.
Am interkulturellen Begegnungsspiel nahmen 426 SchülerInnen der 7. bis 9. Klassen aus sechs verschiedenen Berner Schulhäusern teil. 59 Personen und Institutionen waren als so genannte „Posten“ beteiligt und empfingen am Ethnopoly-Tag SchülerInnen bei sich zu Hause. Der Bundesplatz stellte den Besammlungs- und Ausgangspunkt des Spiels dar. Zudem standen auf dem Helvetia-, Eiger- und Breitenrainplatz sowie auf dem Dorfplatz des Stadtteils Tscharni sogenannte Quartierposten, die einerseits der Kommunikation des Anlasses gegen Aussen dienten und andererseits so genannte freie Aufträge für die Teilnehmer anboten. Das Begegnungsspiel dauerte am Morgen von 8.30 bis 12.00 und am Nachmittag von 13.00 bis 16.00. Zwischendurch verpflegten sich die SchülerInnen auf dem Bundesplatz. Die Rangverkündigung, zwischen 16.30 und 17.00, stellte den Schlusspunkt dar.
Der Anlass verlief reibungslos und erfolgreich. Es gab weder medizinische Zwischenfälle noch relevante Probleme mit der Sicherheit oder dem Verhalten der SchülerInnen. Ihre Rückmeldungen vor Ort waren positiv. Intensiv über den Anlass berichtet wurde durch Radio RaBe. Weitere Publikationen folgten in den Zeitungen „Der Bund“ und „heute“ sowie in der Zeitschrift „Fritz+Fränzi“. Das Begleitprogramm (Let’s integrate!) bestand aus einer Homepage mit einem Online-Spiel zur Vorbereitung von Ethnopoly und aus an den Anlass anschliessenden Schulbesuchen bei den beteiligten Klassen.
Die Organisation, Umsetzung und Nachbearbeitung des Projekts erfolgte vollständig in unentgeltlicher Freiwilligenarbeit. Dabei waren von anfangs Januar bis zur Beendigung der Schulbesuche Mitte Dezember rund 30 Personen beteiligt. Am Anlass selbst waren total 82 Personen im Einsatz. Das Projekt Ethnopoly’07 konnte wie zuvor sein Vorgänger eine Vielzahl von Institutionen der Stadt Bern zur Unterstützung mobilisieren. Obwohl in diesem Bereich eine noch stärkere Vernetzung wünschbar und möglich ist, reichte die Zusammenarbeit von Ratschlägen über die Bereitstellung von Infrastruktur bis zur Beteiligung am Gesamtprojekt.
Die verschiedenen Teile des Projekts wurden im Anschluss gründlich evaluiert. Die Auswertung ergab sehr viele äusserst positive Rückmeldungen. Den SchülerInnen, den LehrerInnen und den als Posten beteiligten Personen und Organisationen hat der Anlass gefallen. Ethnopoly kann mobilisieren und Begeisterung auslösen, dies wird aus den Rückmeldungen sehr deutlich. Die Realisierung des Projekts kann als sehr erfolgreich bewertet werden.
Beim Begegnungsspiel sind Verbesserungspunkte vor allem in der Spielsteuerung mit Bezug auf besetzte Posten, der Organisation der HelferInnen auf dem Bundesplatz und dem Schlusspunkt des Anlasses auszumachen. In der Organisation können die interne Teamkommunikation und der Kontakt zu Partnern und weiteren Institutionen optimiert werden. In Bezug auf das Begleitprogramm bestehen Verbesserungsmöglichkeiten in den Aktivitäten vor dem Anlass. Wie sich die Kleinstprojekte entwickeln, ist im Moment noch offen. Die wichtigsten Verbesserungen gegenüber der letzten Durchführung stellen die Einführung des Begleitprogramms und das Konzept der Quartierposten dar. Nicht erreicht werden konnte ein von uns für die SchülerInnen organisiertes Mittagessen in den Quartieren.

Erkenntnisse

Begleitprogramm vs. Rahmenprogramm Der grösste Unterschied zwischen Ethnopoly’05 und Ethnopoly’07 ist sicherlich der Ersatz des Rahmenprogramms im Sinne eines an das Begegnungsspiel anschliessendes Fest mit Darstellungen, Musik und Verpflegung durch das Begleitprogramm Let’s integrate!. Die Grundidee sowohl des Rahmen- wie auch des Begleitprogramms ist es, die Wirkungen des Begegnungspiels zu verstärken. Das Begleitprogramm ist dabei wirkungsvoller, billiger und sinnvoller im Hinblick auf die Ziele von Ethnopoly. Zusätzlich zu der intellektuellen Bearbeitung des Themas bietet das Begleitprogramm die Möglichkeit des direkten Kontakts des Ethnopoly Organisationsteams mit den SchülerInnen und Lehrkräften, was im Hinblick auf die Identifikation des Anlasses mit konkreten Personen sowie betreffend direkte Rückmeldungen interessant ist. Einbezug Erwachsene Es sollten noch weitere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, wie der Anlass auf die Öffentlichkeit und die Erwachsenen übertragen werden kann. Diese sind im Vergleich mit den SchülerInnen im Durchschnitt weniger für die Thematik des interkulturellen Zusammenlebens sensibilisiert. Dies empfiehlt sich vor allem vor dem Hintergrund, dass der Schulalltag der SchülerInnen bereits stark multikulturell geprägt ist. Durch ihre Klassenkameraden ist für sie das Zusammenleben von Personen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft bereits Alltag und wird von ihnen aktiv gelebt.  Zusammenarbeit – Hauptträgerschaft  Zur Erreichung einer breiten Hauptträgerschaft, d.h. Organisationen, die sich gesamthaft an der Organisation beteiligen, erscheint es sinnvoller, sich auf Vereine zu konzentrieren, die eine breite Mitgliederbasis besitzen und sich daher mit verschiedenen Personen an der Organisation beteiligen können. Für Institutionen wie Quartiervereine ist es hingegen schwierig genügend personelle Ressourcen unentgeltlich bereitzustellen. Diese Institutionen sind sehr wichtig für die Unterstützung bei einzelnen Aspekten der Organisation und waren auch bei dieser Durchführung wichtige Partner. Mittagessen Nicht realisieren konnten wir ein organisiertes Mittagessen beim Ethnopoly Spiel. Es bestand die Idee, die Jugendlichen in den Quartieren der Stadt an verschiedenen Standorten durch die Projektorganisation zu verpflegen. Dabei ging es um die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme der SchülerInnen mit weiteren Personen und in den Quartieren ansässigen Organisationen. Verunmöglicht wurde dieses Vorhaben durch die zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht ausreichenden finanziellen Mitteln.  Die Durchführung des Mittagessens als Pick-Nick auf dem Bundesplatz sowie die kurze Mittagspause (45min bis 60min) haben sich in diesem Fall bewährt. Auf dem Platz muss jedoch bessere Platzordnung in Bezug auf den anfallenden Abfall herrschen, was bei der Planung der HelferInnen berücksichtigt werden muss.  Damit den SchülerInnen mehr Zeit für die Besuche von Posten bleibt, könnte der Pick-Nick auch dezentral, z.B. an den Standorten der Quartierzentren, durchgeführt werden. So müssten nicht alle SchülerInnen zum Bundesplatz zurück kehren. Durch ein spezifisches System kann die Präsenz und Vollzähligkeit der SchülerInnen an diesen Verpflegungsstandorten in den Quartieren überprüft werden.  Interne Teamorganisation Durch eine stärkere Teilung der Aufgaben im Team kann die Anzahl Sitzungen beschränkt und die Belastung für die einzelnen Mitglieder reduziert werden. Die Teammitglieder treffen sich nur ein Mal im Monat zu einer Gesamtsitzung. Dazwischen arbeiten sie in ihren Aufgabenbereichen. Die Gesamtsitzungen müssen durch eine straffe Planung der Traktanden und spezifischer Auswahl der allgemein diskutierbaren Punkte zeitlich in einem angenehmen Rahmen gehalten werden (Ziel 1,5 bis 2h). Dies bedingt die Reduktion des gegenseitigen Informationsaustauschs über den Stand in den einzelnen Gruppen und die im Plenum zu diskutierenden Punkte. Hingegen muss bei stärkerer Strukturierung darauf geachtet werden, dass die Informationen zur Struktur und internen Organisation allen Mitgliedern genügend klar sind. Ethnopoly mobilisiert – Teammitglieder und HelferInnen Es hat sich bestätigt, dass Ethnopoly eine grosse Anzahl Personen zur Mitarbeit im Organisationsteam oder als HelferInnen motivieren kann. Durch persönliche Kontakte und Werbung an Hochschulen können laufend Personen rekrutiert werden. Zudem konnte bei den HelferInnen auch auf die Unterstützung der Mitglieder des Vereins Sport – The Bridge zurückgegriffen werden. Planung HelferInnen Der Planung, Einteilung und Instruktion der HelferInnen im Vorfeld des Anlasses ist besonderes Gewicht zukommen zu lassen. Es muss früh damit begonnen werden, einzelne Funktionen zu definieren. Unterstützend wirken nebst Instruktionsanlässen Aufgabenbeschriebe und Merkblätter. Einbezug der Lehrkräfte Für die Zukunft müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die Lehrkräfte am Tag der Durchführung des Begegnungsspiels stärker mit einzubeziehen. Dies bietet sich einerseits vor allem bei den Besammlungen am Mittag und am Abend an. Andererseits ist auch ein konkreter Einbezug in das Spiel denkbar. Vereinzelte Lehrkräfte haben bei den Rückmeldungen den Wunsch nach einem stärkeren Einbezug am Spieltag geäussert.   7. bis 9. Klassen – ideales Alter Die Begrenzung auf die 7. bis 9. Klassen hat sich als gute Entscheidung herausgestellt. Durch den Wegfall der 5. und 6. Klassen, welche 2005 in den Gruppen mit 7. bis 9. Klässlern gemischt waren, kam es zu weniger Spannungen in den Gruppen. Dies hängt mit der Philosophie zusammen, die Gruppen der teilnehmenden Jugendlichen zu mischen. Bei dieser Durchführung wurden die Gruppen jeweils aus Zweierteams mit dem ähnlichen Alter zusammengesetzt. Dies hat zu relativ vielen Rückmeldungen über neue Bekanntschaften geführt. Praktisch ebenso viele Jugendliche haben jedoch auch die Gruppenzusammensetzung als Problem angegeben. (Resultate der Fragen 14 und 15 der Evaluation der SchülerInnen.) Die Mischung von Gruppen über verschiedene Klassen sollte daher bei einer weiteren Durchführung thematisiert werden. Postensuche – Geographische Planung Es ist bei der Postensuche darauf zu achten, dass die Posten geographisch auf dem Spielgebiet gleichmässig verteilt sind, dadurch verkürzen sich die Wege zwischen den einzelnen Posten. Darauf wurde diesmal zu wenig geachtet. Ev. sollte auf zu weit ausserhalb liegende Posten (z.B. Schliern) verzichtet werden. Postensuche – Teamgeist Bei der Postensuche scheint es unvermeidlich zu sein, dass in den letzten Wochen vor dem Anlass noch vermehrt in die Postensuche investiert werden muss. Hierbei hilft ein guter Teamgeist und regelmässige Treffen um zusätzliche Leistungen zu erbringen. Es muss auf einen kurzfristig stärkeren personellen Einsatz gezählt werden können, entweder durch neue Leute oder durch stärkeren Einsatz der Leute in der Postengruppe, was bei der Organisation eingeschätzt und entsprechend geplant werden muss. Ab vier Wochen vor dem Anlass muss der Stand und die Entwicklung der Postensuche genau verfolgt werden, damit genügend Zeit für kurzfristige Massnahmen bleibt. Spielsteuerung Eine gleichmässige Auslastung der Posten sowie freie Postenwahl der Gruppen kommt einer Quadratur des Kreises gleich. Die Spielsteuerung sollte für eine erneute Durchführung nochmals angeschaut werden. Ev. gäbe es Möglichkeiten, durch eine Art „Reservierungssystem“ eine bessere Verteilung zu erreichen. Schlusspunkt Es gelang uns diesmal wieder nicht, einen idealen Abschluss für das Begegnungsspiel zu finden. Den Schülerinnen und Schülern war die Müdigkeit, aber auch eine gewisse Euphorie anzumerken. Dadurch ist die Stimmung ab einem gewissen Punkt gekippt. In Zukunft sollte entweder ganz auf einen Schlusspunkt verzichtet werden oder dieser, z.B. durch eine sichtbarere Präsenz von Helferinnen und Helfern, stärker gelenkt werden. Auch alternative Ideen wie die Beschränkung auf eine reine Rangverkündigung wären denkbar. Bekleidung Die T-Shirts wurden, nur zum Teil getragen. Dies lässt sich zum einen sicher mit den tiefen Temperaturen (es ist nicht praktisch, jeweils über die Jacke ein T-Shirt an- und abziehen zu müssen) erklären. Andererseits ist es nicht möglich, die T-Shirts attraktiv für alle zu gestalten. Da das Problem aber auch schon 2005 bestand, sollte nochmals überdacht werden, ob es eine gemeinsame Bekleidung tatsächlich braucht.

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